Arteriovenöse Malformationen

Ambulantes Gefäß- und Laserzentrum -Malformation

Als arteriovenöse Malformation wird eine Gefäßfehlbildung bezeichnet, die eine direkte Verbindung zwischen dem arteriellen und dem venösen Teil des Blutkreislaufs schafft, ohne Zwischenschaltung des Kapillarsystems. Die seltene Gefäßfehlbildung, von der vielfach das Zentralnervensystem betroffen ist, tritt in der Regel in Form eines Adergeflechts auf. Die Wände der Blutgefäße im Bereich der Gefäßanomalie erreichen häufig nicht die normale Festigkeit, sodass es in Verbindung mit dem erhöhten Blutdurchfluss zu schwerwiegenden inneren Blutungen kommen kann.  

Diagnose & Therapie

Bei Verdacht auf AVM stehen vier verschiedene bildgebende Diagnoseverfahren zur Verfügung. Im Einzelnen sind das die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Angiografie beziehungsweise die digitale Subtraktionsangiografie (DAS), eine weiterentwickelte Form der herkömmlichen Angiografie. Auch die farbcodierte Duplexsonografie kann zu Diagnosezwecken herangezogen werden. Im Prinzip handelt es sich um nichtinvasive Diagnoseverfahren, es sei denn, es wird – außer bei der Duplexsonografie - in die Blutgefäße per Katheter ein Kontrastmittel appliziert, um eine verbesserte Aussagekraft der Bilder zu bekommen. Für eine schnell benötigte Diagnose, besonders bei Gehirnblutungen, wird in der Regel ein CT ohne Kontrastmittel angefertigt, das präzise Rückschlüsse auf Ort und Größe der Einblutung zulässt. Der Krankheitsverlauf der AVM kann sehr unterschiedlich sein. Es sind auch Fälle beobachtet worden, bei denen sich die arteriovenöse Malformation spontan zurückgebildet hat, was aber nicht dem normalen Verlauf der Krankheit entspricht. Eine AVM birgt immer das Risiko einer inneren Blutung, was besonders im Bereich des ZNS zu gravierenden Problemen und neurologischen Ausfällen führen kann. Bei einer großflächigen AVM besteht zudem das Risiko eines starken Blutverlustes mit all den sich daraus ergebenden gesundheitlichen Problemen. 

 

Therapieziele bei der Behandlung einer AVM hängen vor allem von der Lokalisierung und von seiner Größe ab. Bei einer kleineren symptomlosen Malformation wird lediglich die regelmäßige Beobachtung empfohlen. Für arteriovenöse Malformationen, die sich außerhalb des Kopfes und des Spinalkanals befinden, besteht das Therapieziel meist in einer vollständigen Entfernung des AVM in einem chirurgischen Eingriff. In manchen Fällen kann auch eine Funktionsstillegung in Form einer Sklerotherapie oder einer Embolisierung zum Einsatz kommen. Während eine Sklerotisierung durch direkte Injektion einer speziellen Flüssigkeit in die Gefäße der AVM ausgelöst wird, versteht man unter Embolisation eine künstliche Blockade der betroffenen Adern. Für die Behandlung einer AVM im Gehirn stehen mehrere verschiedene Behandlungsmethoden beziehungsweise Therapieformen zur Funktionsstilllegung der fehlgebildeten Blutgefäße zur Auswahl. Bei sehr kleinen Malformationen kann eine Präzisionsbestrahlung zur Verödung der kleinen Gefäße führen. Allerdings wird das Blutungsrisiko durch die Bestrahlung nicht sofort ausgeschaltet, sondern vermindert sich erst allmählich innerhalb von circa zwei Jahren. In einigen Fällen kann ein Katheter über die Leistenschlagader bis zu der Gesichtsarterie vorgeschoben werden, die das fehlgebildete Gefäßnetzwerk mit Blut versorgt. Es kann dann über den Katheter eine embolisierende Flüssigkeit direkt in die betroffenen Adern eingebracht werden. Unabhängig von der angewandten Methode zur Stilllegung oder chirurgischen Entfernung des betroffenen Gefäßnetzes ist es sehr wichtig, dass die fehlgebildeten Adern vollständig erfasst werden, da sich ansonsten unerwünschte Rezidive bilden.